Buenos Aires, die letzten Stunden – zurück nach Europa

Unser Taxi war erst für 14 Uhr bestellt, so dass wir entspannt frühstücken und packen konnten. Anschließend bummelten wir wie vor vier Wochen über den sonntäglichen Flohmarkt in San Telmo und machten noch ein bisschen Last Minute Shopping – die Pesos müssen weg… Die Fahrt zum Flughafen war deutlich entspannter als die vom Flughafen nach Buenos Aires, was nicht nur am geringeren Verkehr, sondern auch am ruhigeren Fahrer lag. Interessante Beobachtung: Die Porteños lieben es, direkt an der Autobahn Picknick zu machen. Es erinnert einen an Malta, wie so viele andere Dinge auch.

Am Flughafen dann noch die allerletzten Pesos auf den Kopf gehauen – der Duty Free Shop ist so unverschämt teuer, dass da eigentlich nur Notkäufe getätigt werden können. Ein entspanntes Gläschen in der Lounge, und auf geht’s nach Frankfurt! 11.500 km, 12 Stunden, geht alles.

Pünktliche Landung in Frankfurt, eine Dusche in der Lufthansa Welcome Lounge (eine schöne Erfindung!), nun noch 7 Stunden überbrücken bis zum Weiterflug nach Malta. Also ‚rein nach Frankfurt. Bei Tanja und Kalli im Schneider’s bekamen wir einen ordentlichen Kaffee, und mussten natürlich von unseren Reiseerlebnissen berichten.

Nach einem Bummel über die Zeil fuhren wir zurück zum Flughafen. Der Flug nach Malta war ereignislos, das Taxi pünktlich, so dass wir um 22:30 Uhr daheim ankamen. Koffer auspacken, ein Glas Malbec-Schlummertrunk, und nun ist er tatsächlich schon vorbei, der Argentinien-Urlaub…

Buenos Aires, der letzte Tag

Zuerst einmal noch ein Nachtrag zu gestern, und zwar zum Bahnfahren. Die Vorortbahnen in Buenos Aires sind quasi rollende Supermärkte, allerdings muss man nehmen, was von den zahlreichen Fliegenden Händlern angeboten wird. Aber die Auswahl ist groß; während unser Zugfahrten gab es folgendes:

  • Kekse
  • Schokoriegel
  • Schokolade
  • Kaugummi
  • Kaffee
  • Belegte Brötchen
  • Feuerzeuge
  • Räucherstäbchen
  • USB-Sticks mit MP3-Funktion
  • Armbänder zum Selbstbasteln
  • Kugelschreiber

Und, nicht zu vergessen, Musik – gar nicht mal so schlecht übrigen. Ist so ähnlich wie ein Flug mit Ryanair, nur ohne Rubbellose…

So, nun aber zum heutigen Tage. Zuerst machten wir uns auf zur Plaza Congreso mit dem an die Architektur des Kapitols in Washington D.C. angelehnten Kongresspalast. Der Platz bildet den Kontrapunkt zur Plaza da Mayo mit dem Präsidentenpalast. Anschließend ging es ins Abasto Shopping Center – endlich mal echtes Shopping-Erlebnis, nicht nur 90% Plunder wie auf der Florida und Lavalle. Nun ist das Geld auch alle…

Nachdem wir die Einkäufe im Hotel deponiert hatten, liefen wir zur Plaza Dorrego in „unserem Viertel“ San Telmo, wo wir uns in der Bar Plaza Dorrego einzweidrei Bierchen gönnten. Die Bar gehört zu den gut 70 unter Denkmalschutz gestellten Bar Notables, deren ehrwürdiger Charakter zu Recht erhalten werden soll. Auf dem Platz gibt es einen kleinen Dauer-Floh-Kunsthandwerk-Markt, und immer wieder spontane Tango-Einlagen.

Gestärkt ging es dann zum Abendessen, heute mal kein Bife de Chorizo, sondern tutto pasta bei Amorinda. Lecker war’s. Vor dem Restaurant fand eine Veranstaltung im Rahmen der heutigen Nacht der Museen statt; wir besuchten noch das Ethnologische Museum, zugegebenermaßen aufgrund seiner Lage direkt neben unserem Hotel…

Ausflug nach Tigre

Heute stand ein Ausflug nach Tigre auf dem Programm, ein kleines Städtchen ca. 30 km nordwestlich von Buenos Aires, am Delta des Paraná gelegen. Dem Vorschlag unseres Reiseführers folgend nahmen wir erst den Zug nach Bartolomé Mitre, dann den Tren de la Costa. Der konnte zwar nur wenig Küste bieten, dafür aber einen sehr interessanten Umsteigebahnhof – voll mit schrulligen Antiquitätenhändlern.

In Tigre informierten wir uns über die zahlreichen Angebote von Bootsrundfahrten durch das Delta und entschieden uns letztendlich für eine einstündige Tour mit einem kleinen Boot. Recht nett, aber aufgrund der Zeit nur durch die Kanäle in der Nähe der Stadt, nicht in die naturbelassenen Gegenden weiter nördlich. Man kann halt nicht alles haben.

Nach einer kleinen Pause machten wir uns auf den Rückweg nach Buenos Aires, diesmal mit dem direkten Zug, der allerdings auch eine gute Stunde für die 30 km brauchte. Ein echter Bummelzug; es wird an vielen Stellen gebaut, aber grundsätzlich scheinen die Gleisanlagen auch keine allzu schnellen Fahrten mehr zu erlauben.

Abends gönnten wir uns ein Dinner im angesagtesten Restaurant im Stadtteil Puerto Madero, im Cabañas Las Lilas. Nette Location, aufmerksamer Service, gutes Essen, dementsprechende Preise. Noch einen kleinen Rundgang durch Puerto Madero und über die Plaza de Mayo, und dann war es auch genug für heute.

Buenos Aires

Nachdem es gestern ja doch etwas später geworden war, nutzten wir heute das freundliche Angebot des Hotels, dass das Frühstück bis 11 Uhr kredenzt wird. Anschließend machten wir uns mit der Subte (kurz für Subterraneo, also „U-Bahn“) auf den Weg ins Viertel Palermo. Hier laden viele alte Häuser, viel Grün, und viele neue, schicke Läden zum Bummeln ein.

Weiter ging es durch Recoleta und Retiro ins Shopping-Paradies um die Straßen Florida und Lavalle. Leider ist die Qualität der Shops und ihrer Waren nicht so wirklich das, was wir suchten, außer in den Galerías Pacífico. Aber wir bummelten tapfer weiter, bis es dann doch zu viel wurden und wir zurück ins Hotel liefen.

Abends dann noch ein kleiner Bummel durch San Telmo, auf dem Weg zu dem Restaurant an der Plaza Dorrego, das wir uns ausgeguckt hatten. Und dann ab in die Horizontale, morgen steht ein Ausflug an!

Zurück nach Buenos Aires

Heute ging es zurück nach Buenos Aires. Der Fahrer, der uns vom Hotel zum Aeropuerto de Iguazú brachte, sprach fließend Deutsch – seiner Großmutter aus Hamburg sei Dank. „Solange du die Füße unter meinen Tisch stellst“ – auch in Argentinien ein bekannter Spruch!

In Buenos Aires anzukommen war etwas merkwürdig. Nach drei Wochen Natur und maximal Kleinstadtdasein plötzlich wieder in einem solche Gewimmel, Durcheinander und Lärm zu sein, ist schon  eine Umstellung. Aber auch nett, almuerzo in der Bar Comet, noch einen Café Doble bei den Los Compañeros, und dann erst einmal relaxen.

Abends noch Dinner mit Bekannten in Puerto Madero, einem Viertel ähnlich der Hamburger Hafencity oder den Londoner Docklands: Brachliegendes Hafengebiet wird umgewandelt in schicke (und teure) Wohn- und Businessgegend. Ein gelungener Abend mit netten Leuten, gutem Wein, Parilla und überhaupt.

Wie das Leben eben so ist.