Seoraksan National Park

Die Nacht im Condo-Bett war trotz recht harter Matratze von tiefem Schlaf geprägt, der erst gegen 10:00 Uhr zu Ende war. Das Frühstück haben wir heute im verwaist erscheinenden Hotel “Seorak Park” im Nebental eingenommen. Die hatten nämlich was von “Coffee Shop” dranstehen, aber wir hätten wissen sollen, dass die mit Kaffee was anderes meinen als wir. Das Gebräu sah eher aus wie Tee, aber die Sandwiches waren gut. Solchermaßen gestärkt sind wir noch 2 km weiter gefahren zum Seoraksan National Park. Da wussten wir dann auch, wo die ganzen Hotelgäste waren, nämlich auf dem Parkplatz. Wir hatten aber Glück und haben schnell einen gefunden, so dass wir uns ohne weitere Verzögerungen in die Natur stürzen konnten.

Koreaner unternehmen ja gern Sachen in der Gruppe, auch Wandern. Der Park war dementsprechend ziemlich voll, insbesondere am Anfang, wo die Wege noch sehr gut ausgebaut waren. Viele waren ausgerüstet wie zu einer größeren Bergtour, die dort auch gut machbar ist, es hatte aber oft eher den Anschein, dass da mehr Show als Bergsteigen war. Unterwegs gab es zahlreiche Verkaufsstellen für Trinken, Essen und Souvenirs, manchmal echte Läden, manchmal kleine Buden, manchmal kleine Omis am Wegesrand.

Wir dachten, wir gehen mal eben zur Geumganggul-Höhle, fahren dann später noch mit dem Cable Car hoch zur Gwongeumseong-Burg, und dann vielleicht noch zum Biryong-Wasserfall. Hätten wir die Karte am Eingang des Parks etwas genauer studiert, so hätten wir gesehen, dass das mit dem “mal eben” nichts werden würde. Für die letzten 600 m waren 30 min Zeit angegeben, und das war auch nicht übertrieben. Es ging richtig bergauf, erst über Stein-, dann über Metalltreppen. Als wir dann endlich oben ankamen, war die Höhle eine kleine Enttäuschung – keine riesige Tropfsteinhöhle oder so etwas in der Richtung, was man als Europäer bei einem solchen Anstieg zu Recht erwarten darf, sondern “nur” ein buddhistischer Gebetsraum. Dieser war dafür ausgestattet mit einer echten Mönchin (sagt man so?), die Bananen verteilte, sowie ebenfalls einem klitzekleinen Getränke- und Souvenirverkauf. Der Blick von dort oben in die Bergwelt war gigantisch, insbesondere, wo wir Berge ja ewig nicht “in echt” hatten, sondern nur beim Überfliegen der Alpen… Beeindruckend war auch eine Familie mit zwei kleinen Jungs (geschätzt 3 und 5 Jahre alt), die diesen Mörderweg zur Höhle ebenfalls hochgeklettert war.

Auf dem Rückweg haben wir zwei der Imbissbuden in Anspruch genommen, einmal für Wasser (und ein Geschirrhandtuch als Andenken), einmal für einen dieser leckeren Gemüsepfannkuchen. Cable Car und Wasserfall haben wir dann allerdings gestrichen, und sind stattdessen das Tal hinunter zum Meer gefahren, zum Daepohang-Hafen. Das war nicht sehr einladend, Strand gab es an der Stelle keinen, sondern nur Betonblöcke. Also sind wir weiter gefahren nach Sokcho Beach, welcher aber auch nicht allzu begeisternd war, zumal unserem seit heute Morgen nicht befriedigten Koffeinbedarf auch dort nicht geholfen wurde. So sind wir also weiter nach Sokcho City gefahren, haben uns wie alle anderen ins Halteverbot gestellt, und ein paar Süßteilchen bei Tout de jour und einen Cappuccino bei Dunkin’ Donuts gekauft. Damit waren Zucker- und Koffeinbedarf gestillt, auch wenn der Kaffee von DD echt nicht der Hit ist – aber es gibt einfach nichts anderes…

Bei The North Face habe ich meine sich auflösende S. Oliver-Hose in eine neue getauscht (die haben nämlich dort europäische Größen!), dazu noch eine zweite, ein Paar Wanderschuhe und einen Rucksack gekauft, Heinz noch eine Tasche – der Inhaber war glücklich, und hat uns noch Socken, eine Kühltasche und glücksbringende Handyanhänger geschenkt. Dann zurück ins Hotel, geduscht, den Fleischtag wieder einmal auf morgen verschoben, und uns mit koreanischen Birnen und Trauben gesättigt, die beide völlig anders schmecken wie das, was wir unter diesem Namen kennen. Jetzt gibt es noch ein Bierchen auf unserem Condo-Balkon, und dann ist’s auch gut für heute. Morgen geht es weiter Richtung Süden.

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