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Party

Am Freitag haben wir nun endlich meinen Geburtstag, der ja schon ein paar Tage zurückliegt, zünftig gefeiert. Leider ließ der Service in der gewählten Location, der Nove Weinbar in St. Julian’s, sehr zu wünschen übrig. Und das, obwohl ich extra bereits am Montag angekündigt habe, dass eine größere Gruppe aufschlagen wird. Vielleicht hätte ich nicht nur sagen sollen, dass es ca. 20 Leute werden, sondern auch, dass dies einen Bedarf von ebensovielen Weinflaschen, zzgl. Wasser und Platters bedeutet… Na, wir hatten trotzdem Spaß. Leider sind die meisten Fotos aufgrund der eingeschränkten Lichtverhältnisse unscharf geworden.

Car Registration, Teil 2 – We got it!

Wo ist beim Golf 3 die Motornummer?! Das Internet gibt zahlreiche Antworten, das Fahrzeughandbuch auch, nur mit der Realität hat das alles wenig zu tun. Nach langem erfolglosen Suchen an den verschiedensten Stellen am Auto sowie bei Erwin haben wir uns dann entschlossen, eine Motornummer zu (er)finden. Weiß der Geier, warum die Malteser unbedingt die Motornummer haben wollen, während dem Rest der Welt die Fahrgestellnummer wichtig ist – schließlich will man ja ein Auto registrieren und keinen Motor.

Heute morgen dann also der zweite Versuch. Der Mensch bei der Versicherung hatte uns geraten, bis zum heutigen 1. zu warten, denn wenn wir es am Montag (28.) versuchen würden, und es Probleme bei der Anmeldung gäbe, hätten wir die Versicherung u.U. wieder ändern müssen. Da das damals bei meinem Kollegen Oliver tatsächlich ein Heidenaufwand war, haben wir uns darauf eingelassen – was uns prompt 30€ Strafe gekostet hat, weil wir das Auto bis gestern hätten anmelden müssen. Na toll.

Nach nur 45 min Warten waren wir dann tatsächlich dran, beim selben Mädel wie letzten Freitag. Die hat uns auch wiedererkannt, freute sich, dass die fehlenden Dokumente nun da waren – und teilte uns strahlend mit, dass wir nun noch einen Nachweis bringen müssten, wann das Auto nach Malta gekommen ist – denn heute ist ja der 1., und ab diesem Datum wird dieser Nachweis benötigt. Dass der Wagen bereits per Temporary Licence bei der ADT bekannt war, stellte nicht im Geringsten einen Grund dar, auf diesen Nachweis zu verzichten. Heinz ist daraufhin nach Valletta zu Gollcher gelaufen, um einen Nachweis seiner Einreise per Grimaldi-Fähre im September 2006 zu besorgen, ich habe mein Glück unten am Hafen bei Virtu Ferries versucht, mit denen wir im August 2008 aus Sizilien übergesetzt waren. Ich hatte Erfolg, während Heinz’ Sachbearbeiterin erfolglos im Archiv gegraben hat. Aber die hätte auch 15€ für die Bescheinigung haben wollen, passte also.

Zurück bei der ADT haben wir uns mal ganz frech nach vorn gedrängelt, wir waren ja schließlich schon mal da. Viel Freude bei den anderen Wartenden hat das natürlich nicht ausgelöst, aber nun ja. Die Bescheinigung war auch tatsächlich ausreichend, das Mädel fing an zu rechnen – und wollte von uns 1.064,99€ haben, knapp 450€ mehr als erwartet. Was wir nämlich beide nicht bedacht hatten, war die Steuer… 491,99€ Registrierungsgebühr + 438€ Steuer + 46,50€ für die Nummernschilder + 88,50€ sonstige Gebühren. Hurra… Na, was bleibt einem übrig, Kreditkarte gezückt, und nach nur zwei Stunden weiteren Wartens hatten wir endlich unsere Maltese Number Plates in der Hand: IBN 239!

Die maltesische KFZ-Steuer folgt an sich schon dem richtigen Ansatz, die zu zahlende Summe nach Alter und CO2-Ausstoß deutlich ansteigen zu lassen – nur so bekommt man die alten stinkenden Schrottschüsseln von der Straße. Aber wenn man selbst davon betroffen ist, ist es halt doch blöd – das alte Dilemma. Der CO2-Ausstoß unseres Bruno liegt laut Fahrzeugschein bei 161 mg/km, was nach einer Untersuchung dem Durchschnitt der VW-Flotte entspricht.  Für ein 13 Jahre altes Auto echt nicht schlecht. Und eine Schrottschüssel ist er nicht, der Gute – und einen Neuwagen möchte ich auf den maltesischen Flickenpisten nicht fahren, da tut jedes Schlagloch doppelt weh.

Wenn es interessiert, in diesem PDF-Dokument sind die verschiedenen Steuersätze nachzulesen.

alt und neu vor der ADT

PS: Als Motornummer wurde nicht das genommen, was wir im Formular eingetragen haben, sondern die Fahrgestellnummer…

Back to Seoul

Mit ein wenig Entdeckergeist haben wir doch tatsächlich die lokale PB-Filiale ausfindig machen können. Endlich wieder einen ordentlichen Cappuccino, nachdem der gestrige Tag völlig koffeinfrei verlaufen ist. So langsam bin ich definitiv sicher, von dem Zeugs abhängig zu sein. Woher sonst sollten die Kopfschmerzen gestern Abend gekommen sein, als vom Entzug? OK, es mögen auch die Kontaktlinsen gewesen sein…

Jedenfalls sind wir wie geplant auf Gongsanseong, der Festung von Gongju, herumgeklettert. Die Festung ist von einem 2,6 km langen Wall umgeben, der früher nur aus Erde bestand und im 17. Jahrhundert durch eine Steinfront ergänzt wurde. Ansonsten ist auch hier von der alten Baekje-Festung nicht mehr viel zu sehen, die Gebäude sind fast alle nachgebaut. Trotzdem war es schön, dort im Wald herumzulaufen, auf einer Bank in der Sonne zu sitzen und sich über die koreanische Lust auf Hochhauswohnen zu wundern. Etwas störend war nur (wieder einmal) die Musikbeschallung, diesmal koreanisch verfremdete ABBA-Songs – dies aber wohl einer Veranstaltung geschuldet, aufgrund derer auch als königliche Soldaten verkleidete 13jährige durch die Gegend stapften.

Im lokalen Samsung-Store (Waschmaschinen, Reiskocher, Computer, Versicherungen, Wohnungen, …) hat Heinz sich noch einen neuen USB-Hub gekauft, im PB gab’s einen Cappu for take out, und schon waren wir auf dem Weg nach Magoksa, einer Tempelanlage 25 km nordöstlich von Gongju. Laut Lonely Planet besticht der Tempel durch seine Ruhe und Abgeschiedenheit, aber das muss vor ein paar Jahre gewesen sein. Heute waren wir bei weitem nicht die einzigen Besucher, so dass es mit der Ruhe nicht weit her war. Der Tempel selbst liegt (wieder einmal) schön gelegen mitten im Wald, an einem Fluss voller Koi-Karpfen. Man kann dort auch übernachten, was aber heißt, dass man zum Frühgebet um 03:30 Uhr geladen ist, was man natürlich nicht ablehnen darf. Nichts für uns.

Wir sind also weiter nach Seoul gefahren. Für die letzten 20 km haben wir ungefähr so lange gebraucht wie für die 110 km davor. Unglaublich, dieser Verkehr in Seoul, und das auf einem Samstag Nachmittag – was wollen die da alle in der Stadt?! Letztendlich haben wir es aber doch zum Grand Ambassador geschafft – hoch lebe wieder einmal der Erfinder des Navigationsgerätes. Allerdings hat uns die verkehrsbedingte Missachtung einer Abbiegeanweisung unseres Navi vermutlich mindestens eine halbe Stunde Zeit gespart, weil wir um den Stau herumgefahren sind. Die Dinger sind halt auch nicht perfekt. :)

Nach einer Pizza bzw. Pasta beim Italiener (Heinz mag kein koreanisches Essen mehr, ich dachte, das passiert eher mir als ihm… ;) ) unten am Berg genießen wir nun unseren Executive Room im 18. Stock (über uns nur noch Bankett-Säle) und hoffen, mal wieder eine Nacht ohne defekte Lichtautomatik und Stechmücken-Armeen verbringen zu können. Mit zunehmenden Alter wird man ja doch empfindlich, muss ich feststellen.

Baekje-Hauptstädte

Nach einem langweiligen Frühstück im Strand-Hotel hat Heinz sich ins Büro verzogen, während ich mit Jeonju angeschaut habe. Pungnammun, das Südtor der alten Stadtmauer; Gyeonggijeon, der alte Königspalast; Hanok Village. Letzteres schaut man sich am besten von oben an, da die meisten Häuser hinter Mauern versteckt sind. Kann man ja verstehen, dass die Bewohner sich nicht von allen ‘reingucken lassen wollen, aber als Tourist findet man das natürlich nicht so gut.

Gegen Mittag sind wir dann nach Buyeo aufgebrochen, die letze Hauptstadt des Baekje-Königreiches. Dort gibt es nicht viel zu sehen, selbst die Attraktion “Festung” auf dem Busosan ist mehr etwas für Leute mit Phantasie. Es war aber ganz nett, oben auf dem Hügel ein wenig auf einer Bank in der Sönne zu dösen. Der Empfehlung unseres Lonely Planets folgend sind wir auf der anderen Seite nach unten gegangen, vorbei am Nakhwa-am (“Stein der fallenden Blumen”). Hier haben sich der Sage zufolge nach der letzten verlorenen Schlacht 3.000 Edelfrauen heruntergestürzt, um der Schmach der Gefangennahme zu entgehen. Vom kleinen Tempel Goransa aus haben wir anschließend eine kurze Schifffahrt zu alten koreanischen Klängen mit Live-Gesang genossen, und sind durch die Hintertür wieder zum Parkplatz gekommen.

Weiter ging es nach Gongju , der vorletzten Hauptstadt des Baekje-Königreiches. Hier hat uns die Suche nach einer Unterkunft doch sehr gefordert, wir sind letztendlich wieder in einem der ungefähr 25 (Love) Motels gelandet. Auch mit Essen war es wieder nicht ganz einfach, aber Heinz hat es geschafft, uns eine Sushi-Selektion zu bestellen. Anschließend sind wir noch ein wenig am Fluss entlang gegangen, dessen Ufer das freizeitsportliche Zentrum Gongjus zu sein scheint. Jede Menge Walker, Jogger, Fahrradfahrer und sonstige Sportler.

Morgen werden wir uns dann die hiesige Festung bei Tageslicht ansehen, und dann geht es auch schon zurück nach Seoul

Gwangju – Maisan – Jeonju

Gegen Mittag haben wir uns vom Hotel-Palast in Gwangju verabschiedet und sind zum Maisan Provincial Park gefahren. Maisan bedeutet “Pferdeohrenberg”, und die Bilder zeigen, woher der Name kommt. Die beiden Spitzen sind um die 680 m hoch, und normalerweise kann man eine davon besteigen. Von oben soll man einen herrlichen Ausblick haben – was wir nicht überprüfen konnten, da der Aufstieg wegen Reparaturarbeiten geschlossen war.

Demzufolge also heute keine größere Klettertour, wobei die zahlreichen Treppen hoch zum Durchgang zwischen den beiden Bergen schon nicht ohne waren. Auf der anderen Seite wieder herunter, kamen wir zu einer kleinen Tempelanlage namens Unsusa, in der es neben den üblichen Buddha-Schreinen einen jahrhundertealten Birnbaum gibt und – als besondere Attraktion – eine große Trommel, die jeder schlagen darf, nicht nur die Mönche.

Das war aber nicht das Ziel, es ging noch ein paar hundert Meter weiter nach Tapsa (tap = Pagode, sa = Tempel). Hier hat ein buddhistischer Mystiker namens Yi Kapmyong einen großen Teil seiner 97 Lebensjahre (1860 – 1957) damit verbracht, 80 bis zu 15 m hohe Steintürme aufzuschichten, die religiöse Ideen des Universums verkörpern. Interessant dabei ist, dass die Türme ohne Zement oder sonstigen Kleber aufgeschichtet wurden, und trotzdem seit langem unerschütterlich stehen. Die Anlage ist ein belebter Mix aus Gebetsstätte und Touristenattraktion; wir waren mal wieder die einzigen “Westler”.

Zurück am Parkplatz, konnten wir unser Navi nicht davon überzeugen, uns zu den von Daeseon empfohlenen Hotels in Jeonju zu führen. So haben wir dann kurz entschlossen das laut Lonely Planet beste Haus am Platze gewählt. Wenn das stimmt, möchte ich die anderen Hotel lieber nicht sehen, aber ich fürchte fast, da liegt eine Verwechslung vor… Auch dieses Hotel hat wieder einen Namen, der sich nicht von selbst erklärt: Es heißt Jeonju Core Riviera Hotel, aber der nächste Strand ist geschätzte 50 km entfernt.

Immerhin hat unser Zimmer einen Panorama-Blick über das Hanok Village, das historische Zentrum mit original Hanoks, traditionellen hölzernen Häusern der Adelsschicht. Die Häuser sind, nach dem was wir im Dunklen sehen konnten, alle sehr gut instand gehalten, und es sind viele interessant aussehende Coffee-Shops und Restaurants dort eingezogen. Wir haben dort in einem netten Restaurant gegessen, was aber nur dank telefonischer Übersetzungshilfe von Daeseon geklappt hat. Wer weiß, was wir sonst bekommen hätten… Ich finde es schon erstaunlich, dass trotz der langen Kontakte mit der US-Armee und der internationalen Ausrichtung des Landes sehr wenig Leute Englisch sprechen. Klar könnten wir auch mal eben Koreanisch lernen, aber irgendwie… An einem Coffee Shop dann aber die Überraschung, eine super Englisch sprechende Bedienung erfüllt meinen Wunsch nach einem Espresso, und ein junger Mann spricht uns noch an, ob wir Hilfe brauchen. Geht doch. :)